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Georg Hermann: Unvorhanden und stumm; doch zu Menschen noch reden.

15,00 

Briefe aus dem Exil 1933-1941 an seine Tochter Hilde. Weltabschied. Ein Essay.
– Die Briefe, die Georg Hermann aus dem holländischen Exil an seine Tochter Hilde in Kopenhagen schrieb, sind ein einzigartiges Zeugnis vom Leben des einst erfolgreichen und bekannten Autors. Er schildert seinen zunehmend beschwerlicher werdenden Alltag, seine literarischen Projekte, seine Ansichten zu Fragen der Zeit. Sein Essay Weltabschied aus dem Jahr 1935 ist ein erschütterndes Credo, die Bilanz eines Mannes, der noch einmal zusammenfaßt, was er am meisten liebte und am tiefsten verabscheute.

Buchentstehung
Die Herausgeberin der Briefe, Laureen Nussbaum, hatte mir diesen Band vorgeschlagen. Durch die Arbeit daran lernte ich Georg Hermanns Tochter Hilde kennen, an die die Briefe gerichtet sind. Die Besuche bei ihr in Kopenhagen gehören zu meinen schönsten Verlagserinnerungen.

Zum Autor

Georg Hermann (d.i. Georg Hermann Borchardt) wurde 1871 in Berlin geboren. Der Urberliner hat dieser Stadt in zahlreichen Romanen ein Denkmal gesetzt. Bis 1933 war er ein erfolgreicher und bekannter Autor, dessen Roman Jettchen Gebert, um nur ein Beispiel zu nennen, Millionenauflagen erzielte. Schon 1914 war er entschiedener Kriegsgegner. Und 1933 emigrierte er nach Holland. Von dort deportierten ihn die Nazis 1943 nach Auschwitz und ermordeten ihn. Georg Hermanns Bücher sind von großer Sinnlichkeit, und das gilt auch für seine Briefe. Er war ein Kunstkenner und Kunstliebhaber und hasste alles Militärische.

Pressestimmen

„Die jetzt vorliegenden Briefe hat die Herausgeberin nicht nur mustergültig ediert, sondern im Zuge einer ‘kleinen Georg-Hermann-Renaissance’ in den achtziger Jahren überhaupt erst aufgestöbert. Die Situation des Emigranten in der Welt beleuchtet Georg Hermann aphoristisch auf folgende Weise: ‘Wenn man ihn das erste Mal sieht, gibt man ihm etwas und putzt damit sein mitleidiges Herz — nach einem Monat geht man an ihm vorbei, und nach sechs Monaten sagt man: Da ist doch der Kerl immer noch. Bringt ihn von der Straße!’ Das gilt noch heute. Und ferner gilt vieles von dem, was er in dem vierzigseitigen, für seine Kinder bestimmten Weltabschied geschrieben hat, der im Nachlaß gefunden wurde und den Band bereichert.“ (Egon Schwarz, FAZ)

„Spontan formulieren viele dieser Briefe ein humanistisches Plädoyer, das der privaten Korrespondenz als Zeitdokument Bestand gibt. Sie vermitteln zudem einen neuen Zugang zu einem Autor, der als politischer Streiter bislang kaum bekannt, als literarischer Chronist jüdischen Lebens in Deutschland schon fast vergessen war.“ (Sibylle Bolik, Deutschlandfunk)

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